Katharinas Highlights unserer 2ten Hälfte in Südamerika
geschrieben von Katharina (8. September 2009)

Ich bin Euch ja noch immer die letzten beiden Monate unserer Reise schuldig und obwohl wir jetzt schon eine Woche wieder zu Hause sind gibts auch das:

In meinem letzten Bericht haben wir also gerade Argentinien verlassen und sind über die Anden nach Chile in Richtung San Pedro de Atacama gefahren. Leider hat sich während der Fahrt der Spiegel von Johannes’ Spiegelreflexkamera gelöst, womit wir beschlossen haben nicht an unserem ursprünglichem Ziel sondern erst 4 Stunden später in Antofagasta (ca. 300.000 Einwohner) auszusteigen um dort hoffentlich ein Fotogeschäft zu finden, dass uns helfen kann. Trotz aller Versuche mussten wir am nächsten Tag feststellen, um die Kamera zu reparieren bleibt uns nichts anderes übrig als bis nach Santiago zu fahren. Also waren wir 1500 km und 18 Stunden später wieder bei Bernhard.
Da wir ungewollt auch wieder ein verlängertes Wochenende erwischt haben, hatten wir 4 Tage Zeit um mit Bernhard gemütlich zu tratschen, kochen, trinken und einen Ausflug in das Nahe Schigebiet um eine Schneeballschlacht, Engel und einen Spaziergang im Schnee zu machen. Nachdem wir dann auch den Spiegel wieder fixiert bekamen, haben wir uns wieder auf den Weg gemacht, sind in Calama ausgestiegen und haben uns für 3 Tage einen Mietwagen genommen um ein bisschen flexibel zu sein. Noch am gleichen Abend in unserem Quartier (übrigens das selbe wie vor 3 Jahren bei unserem ersten gemeinsamen Chileaufenthalt) in San Pedro de Atacama, auf 2400 Höhenmeter, um uns langsam an die Höhe zu gewöhnen und auch an die Temperaturen (-6 Grad und keine Heizung) haben wir die nächsten Tage geplant und unsere Tour in die Salar de Uyuni gebucht.
Sowohl die Termas Puritana auf 3500m wo wir einen Nachmittag unsere müden Knochen ausgeruht haben, als auch in der Salar de Tara auf 4500m wo wir durch Wind und Wetter geformte Steingebilde angeschaut haben, beide Ausflüge nutzten wir quasi als Gewöhnung an die Höhe.
Dann war es soweit und unser Ausflug in die Salar de Uyuni begann. Wir waren eine 6er Gruppe. 2 Engländer, 2 Französinnen und unser Fahrer. Am ersten Tag haben wir die weisse, grüne und die Laguna Colorado, inklusive Flamingos und wunderschöner Landschaft bewundert und sind auch noch zu aktiven Geysieren gefahren. Mir persönlich haben ja die Geysiere in El Tatio in der Nähe von San Pedro de Atacama vor 3 Jahren besser gefallen. Die erste Nacht verbrachten wir auf 4300m Höhe, da klopft einem das Herzchen ganz ordentlich auch wenn man sich nicht viel bewegt.
Ja und kalt war es, untertags mit der Sonne war es erträglich aber in dem Steinhaus ohne Heizung mit Betonbetten und dünner Matraze im 6 Bettzimmer - darauf hin habe ich auch über Nacht wegen der Kälte einfach alles angelassen inklusive Haube und Handschuhen. Richtig gut hab ich aber trotzdem nicht geschlafen und als unser Fahrer am nächstenTag meinte es hätte in der Nacht -36 Grad gehabt war ich so dankbar, meinen Schlafsack den ich bis dato fast ungebraucht mitgeschleppt habe, benützen zu können.
Zweiter Tag - Felsformationen von Wind und Wetter geformt unter anderem den “Baum aus Stein” oder “arbol de piedra” wie ihn die Einheimischen hier nennen. Dann wieder 2 Salzlagunen wo wir dann auch eine Pause gemacht haben und dann noch Photos von dem aktiven Vulkan in der Gegend. Die Nacht auf 3800m - kein Vergleich, zwar nicht warm aber definitiv wärmer um die Nullgradgrenze und ich habe super geschlafen.
Tagwache 04:30 und dann auf zur Isla Incahuasi - eine Kakteeninsel mit 3000 Kakteen inmitten der Salar de Uyuni. Es war wunderschoen auf der einen Seite der fast Vollmond und auf der anderen der Sonnenaufgang und Salz - also weisse Fläche wohin das Auge reicht. Wunderschön und definitiv ein weiteres Highlight dieser Reise. Dann haben wir ein paar Photos in der endlosen Weite gemacht wo man sich mit den Perspektiven gut spielen kann. Hat Spaß gemacht. Danach Besichtigung eines Salzhotels das aber nur noch Museum ist und einem Ort wo uns gezeigt wurde wie hier Salz abgebaut und verarbeitet wird. Anschliessend gab es Mittagessen bei Jose’s (unser Fahrer) Familie in Uyuni.
Danach haben wir sofort Bustickets gekauft um weiter zu kommen, denn Uyuni selbst bietet definitiv keinen Grund dort länger als notwenig bleiben zu wollen.
Was tun wenn nichts zu tun ist - richtig, ab ins Internet. Dort war nur noch ein Computer frei und so blieb ich stehen und habe bemerkt, dass das Pärchen neben uns deutsch spricht und nach der gerade geöffneten heimischen Nachrichtenseite offensichtlich auch aus Österreich kommen muss. Wir kamen ins Gespräch und bei der Frage woher genau aus Österreich wir wären, blieb nicht nur den Beiden der Mund offen denn es stellte sich heraus, dass sie Freunde von Johannes’ Schwester aus Innsbruck sind. Ja die Welt ist ein Dorf. Daraufhin haben wir einen sehr gemütlichen Abend verbracht und beschlossen uns in ein paar Tagen in Peru wieder zu treffen.
Wir sind in der selben Nacht wieder zurück nach Chile, diesmal nach Iquique, Fahrzeit insgesamt 18 Stunden und eine der anstrengendsten Fahrten auf dieser Reise.
Iquique hat eine herzige Innenstadt und wir haben die 3 Tage genossen und nicht allzuviel gemacht. Einen Tag haben wir uns ein Mietauto genommen und haben den Gigante de Atacama angeschaut, mit etwa 90 Meter die weltweit größte Darstellung eines Menschen und danach auch die Geisterstadt Humberstone die auf den ehemaligen Salpeterabbau begründet war besichtigt. Einen Abend haben wir uns mit Alex einem Freund von Bernhard zum Abenessen getroffen bevor es am nächsten Tag auf nach Peru ging, um in Arequipa Agnes und Andreas wieder zu sehen.
Wieder ein Tag Reise, mit dem Bus nach Arica dann weiter mit einem vollbeladenen Drecksauto (6 Personen und der Wagen hätte bei uns seit 10 Jahren keine Zulassung mehr) über die Grenze und bis nach Tacna. Dort wieder in einen Bus und bis nach Arequipa (Reisezeit 19 Stunden). Am nächsten Tag haben wir in unserem sensationellen Hostal geführt von einer Holländerin auch ein super Frühstück bekommen bevor wir uns mit Andreas und Agnes getroffen haben. Mit Ihnen sind wir dann ihre letzte Woche vor Ihrem Heimflug gemeinsam gereist. Nachdem wir Arequipa erkundet hatten, die Kathedrale, das Kloster Santa Catalina und das Muesum über die Inka mit ihrer berühmten Juanita (eine Mädchenleiche als Menschenopfer für die Götter, die sehr gut erhalten - weil gefrohren - gefunden wurde) besichtigt waren, haben wir eine 2 Tagestour zum Colca Canyon den tiefsten Canyon der Welt gebucht.
Am ersten Tag gings über einen Pass (4900m), vorbei an Vulkanen und vielen Alpacas, Lamas und Vicunas bevor wir (Andreas und ich) am Nachmittag 1,5 Stunden, bitte auf 3800m, die Gegend erkundeten. Danach war ein Thermenbesuch angesagt und da waren dann Agnes und Johannes auch wieder dabei. Am Abend sind wir dann früh schlafen gegangen, um am nächsten Tag um 5:00 Uhr zur Tagwache fit zu sein um zum Cruz del Condor zu gelangen und die Condore fliegen zu sehen.
Sehr beeindruckend und riesen Viecher … Johannes hat glaub ich in einer Stunde alleine dort 200 Photos gemacht. Am Rückweg noch 2 kleine Dörfer besucht, Kaktusfrüchte gegessen und Kaktussaft getrunken und schon gings retour nach Arequipa und von dort ein paar Stunden später über Nacht weiter nach Nasca.
In Nasca am nächsten Morgen angekommen, haben die 3 (ohne mich) die Flüge über die Linien gemacht und ich habe während dessen in der Sonne am Pool gewartet. Noch am selben Nachmittag sind wir mit dem lokalen Bus nach Ica gefahren, dort angekommen mit dem Taxi in 10 min nach Huacachina, eine kleine Oase umgeben von Sandduenen. Dort haben wir einen Tag gechillt und Sand geboardet bevor wir über Pisco und seine Islas Ballestas, die angeblich von der Tiervielfalt die “Galapagos für Arme” sein sollen, nach Lima gedüst sind. Auf der Bootstour haben wir ein kanadisches Pärchen kennen gelernt und während sie uns und wir sie fragen wo sie her sind, erzählt uns Jordan das seine Großmutter Österreicherin ist und orginal aus Seitenstetten stammt.
Und wiedereinmal die Welt ist ein Dorf.
Die Islas Ballestas waren übrigens so unspannend, dass wir sie in “Galapagos for homeless” umgetauft haben. ;-)

In Lima angekommen, mussten wir uns von Agnes und Andreas verabschieden und konnten endlich Julia und Peter, unsere zwei Lieblingswappler, auf die wir jetzt 10 Monate gewartet haben, in Empfang nehmen. 2 Tage durch Lima spaziert, die Altstadt unsicher gemacht, Wäsche gewaschen und viel getratscht.
Dann sind wir zurück nach Nasca weil die Beiden nun doch über die Lines fliegen wollten und es sowieso am Weg nach Cusco lag. hier mussten wir dann noch einen ungewollten Stop von 3 Tagen einlegen, da alle Busse nach Cusco bereits voll und ausgebucht waren.
Doch wir haben uns die Zeit gut vertrieben, uns auch die restlichen Sights (Mirador mit Blick auf 2 Zeichen der Lines, den Inkafriedhof mit Ausgrabungen) angeschaut, das peruanische Nachtleben auf den Kopf gestellt und viel Karten gespielt. Diesmal auch viel “Wizard” und nicht nur “A#&?*\och” (Gruß an Annette und Torsten).
Dass die Strasse von Nasca nach Cusco über die Anden führt, dass die Fahrt 14 Stunden dauern soll wussten wir, dass aber auf den Strassen Schnee liegt, LKWs quer stehen und die Fahrt tatsächlich 22 Stunden dauern wird, wussten wir nicht. Schlussendlich aber gut in Cusco angekommen, nutzen wir die kommenden Tage unsere Tour zum Machu Piccu zu buchen, Adele und Jordan unsere kanadischen Freunde wieder zu treffen und uns die Inhahauptstadt anzuschauen. Wunderschöne Stadt mit einem schönem Hauptplatz, kleinen Gässchen, Märkten, Geschäften und guten Restaurants. Wir hatten auch ein bisschen extra Zeit zum chillen, während Julia und Peter 4 Tage im Manu Nationalpark waren. Erst danach machten wir uns zu unserer Machu Picchu Tour auf.
Am ersten Tag geradelt (ca. 30km), am zweiten Tag marschiert (18km) und am Abend noch die müden Knochen für den nächsten Tag in einer Therme wieder auf Vordermann gebracht.
In der Früh wurde ich mit einer Torte und einem Happy Birthday Gesang überrascht. (Übrigens Sly: es war doch Mitternacht bei Euch - wieder gewonnen!)
Am dritten Tag sind wir nocheinmal 10 km marschiert, dafür sind wir auch endlich in Aquas Calientes angekommen. Ich war zu erschöpft um am nächsten Tag auch noch zu Fuss auf den Machu Piccu hinauf zu rennen und somit sind Johannes und ich mit dem ersten Bus gefahren, haben dort die anderen getroffen, die Gott sei Dank auch Tickets für den Wayna Picchu ergattert konnten. Der Wayna Picchu ist der spitze Hügel den man auf all den bekannten Bilden von MP im Hintergrund sieht.
Dann gab es eine kleine Führung bevor wir alleine loszogen um das Gelände des Machu Piccu für uns zu erkunden. Toll was Menschen vor so langer Zeit und so spektakulär geschaffen haben.
Den Abend haben wir mit einem gemütlichem Essen ausklingen lassen um am nächsten Tag nach Cusco zurück zu kehren, wo wir uns von Adele und Jordan verabschieden haben müssen. Zu viert (mit Julia und Peter) ging es dann also weiter nach Puno wo wir gleich die nächste 2 Tagestour auf die Inseln “Amantani” und “Taquile” auf dem Titicacasee gebucht haben. Auch ein kurzer Besuch auf einer “floating island” (schwimmende Schilfinsel) war dabei und es ist faszinierend wie Menschen heute noch leben, ohne Elektrizität, fliessendes Wasser, Heizung, … es ist alles sehr einfach, aber man hat das Gefühl die Menschen sind glücklich.
Der See mit seinem tiefblauen Wasser ist wunderschön und rießig und kommt einem daher auch teilweise vor wie das Meer. Zwei sehr schöne Tage, aber leider die letzten beiden mit Julia und Peter. Die 2 haben sich auf den Rückweg nach Lima und wir auf den weiteren Weg nach La Paz in Bolivien gemacht. Die Stadt La Paz besticht durch ihre Lage, ihre farbenfrohen Märkte und Menschen, nicht so sehr aber durch ihre Sehenswürdigkeiten. Anstrengend ist es aber trotzdem, durch die Höhe (zwischen 3100 und 4100m) und die teilweise steilen Gassen. Dennoch haben wir die 3 Tage sehr genossen.
Von La Paz aus hiess es für uns den schnellsten Weg nach Rio zu finden und das ging so: Ein Bus am Samstag Nachmittag nach Santa Cruz, Ankunft am folgenden Vormittag so gegen 10:00, die Strecke wieder durch die Berge also sehr kurvig und von kalt und hoch (zum Teil über 4500m) zu warm-schwül und nur noch 415m Seehöhe. Weiter ging es von Santa Cruz mit dem Zug aber um die Tickets zu kaufen hiess es erst einmal warten bis um 15:30 der Schalter öffnet, um uns dann mitzuteilen, dass es für den heutigen Zug keine Tickets mehr gibt. - Oder doch? Angesprochen vom Bahnpolizisten, dass es eventuell doch noch 2 Tickets gäbe für …?? - O.K., nachdem wir 20 Bolivianos (2,30 Euro) pro Ticket mehr bezahlt haben, stiegen wir am Sonntag Abend um 19:00 Uhr doch noch mit in den klimatisierten Zug und kamen am Montag früh relativ gut ausgeschlafen um 08:15 an der bolivianischen Grenze im Pantanal an. Dort ein Taxi gecheckt, dann bei der bolivianischen Immigration ausgecheckt und auf der brasilianischen Seite mit dem nächsten Taxi zum Busbahnhof von Corumba gefahren wo es den brasilianischen Einreisestempel und auch die Bustickets nach Rio gab. Abfahrt noch am selben Montag Vormittag um 11:30 Uhr. Finale Ankunft in Rio, erst 30 Stunden später also am Dienstag um 17:30.
Also nochmal kurz zusammengefasst: Samstag Nachmittag Abfahrt La Paz und Dienstag Nachmittag Ankunft Rio. 3 Nächte und 3 Tage - ich brauche wohl nicht erwähnen, dass wir nach einem guten Abendessen nur noch todmüde ins Bett gefallen sind.
Am nächsten Tag wieder Bus, diesmal aber “nur” 3 Stunden, sind wir nach Buzios an den Strand gefahren um dort ganze 8 Tage zu verbringen. Leider war es durchgehend bewölkt, womit wir viel Zeit in unserem Hostalzimmer (=Urlaubsgefängnis) verbrachten. Wir haben viel geschlafen, gelesen, gegessen, gepokert und Zeit im Internet verbracht und irgendwie ist die Woche mit gesteigerter Vorfreude auf zu Hause auch vergangen.
In den letzten 4 Tagen, bevor es endgültig nach Hause ging besuchten wir in Rio de Janeiro die Pflichtsehenswürdigkeiten wie Zuckerhut, Christusstatue und Santa Teresa, und lagen faul in der Sonne an den Stadtstränden Ipanema und Copacabana. Jetzt ist ein Jahr um und ab sofort kann ich wieder live berichten …


Kommentare:
1 Kommentar zu "Katharinas Highlights unserer 2ten Hälfte in Südamerika"
Dieter und Antonia am 8. September 2009 um 15:20

Liebe Katharina, lieber Johannes !
Schön, daß Ihr nach einem Jahr wieder gesund, gut zurück seid !
Bitte macht ein Buch aus Euren tollen Reiseberichten ! Den Verleger finden wir bestimmt!

Hoffe Ihr habt Euch schon ein wenig aklimatisiert in Wien !

Bis bald, sind schon auf die Liveberichte im Detail gespannt !

Bussl
Dieter und Antonia


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