Surfen durch das Outback
geschrieben von Johannes (5. Februar 2009)

Glücklicherweise gibts auch hier in Australien ein paar lowcostcarrier uns so kamen wir nach knapp zwei Wochen in Sydney mit dem Flieger nach Brisbane, was nicht nur billiger als der Bus dorthin war, sondern auch weit weniger Zeit kostete.
Nach einem Tag hatten wir vom botanischen Garten bis zum Rathaus mit Uhrturm wohl das meiste gesehen und weil wir es gerade auch so mit den Fähren haben, sind wir mit einem Tagesticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt auch aufs Schiff gegangen und haben alle Stationen der Fähre in beiden Flussrichtungen auf- und abgefahren. Wiedereinmal ein guter Überblick.

Tags darauf bekamen wir unser Auto (www.spaceships.tv). Ein Toyota Estima (heisst in Europa Previa) mit einem sehr schlau durchdachten Innenraumkonzept. Trotz einer kleinen Sitzbank hinten können wir beide noch ausgestreckt darin schlafen und unter der Liegefläche ist der ganze Stauraum für Gepäck, Kocher, Geschirr, Kühlschrank u.s.w. Das Bett wird hinten durch die offene Heckklappe hinaus verlängert und die wird dann mit einer Plane geschlossen, dass man vor Fliegen und eventuellem Regen geschützt ist. Diese “Spaceships” sehen in Australien alle gleich aus, sind in einem sehr ordentlichen und gepflegt sauberen Zustand und sind alle individuell mit eigenen Namen bedacht. Unserer heisst, wie schon letztens erwähnt “Kool Keith” auch wenn keiner ausser Google uns sagen konnte wer das war.
Wie auch immer, mit Kool Keith ging es gleich einmal nach Byron Bay etwas südlich von Brisbane, wo wir bei Paul und Lea (kennengelernt in Laos und wiedergetroffen in Bali) eingeladen waren. Hier am östlichsten Punkt Australiens, mit den angeblich besten Surfspots blieb uns natürlich nichts anderes übrig als uns so ein Haifischjausenbrettl auszuborgen und uns von einem schweizer (!!!) Surflehrer die Grundlagen zeigen zu lassen. Gar nicht so einfach, macht aber Spass und wir waren sofort infiziert. Da wir aber ins Outback weiter wollten haben wir uns erstmal kein eigenes Brett gekauft.
Von Byron Bay aus fuhren wir also in mehreren Tagen nordwestwärts ins Landesinnere Richtung Northern Territories um nach Alice Springs zu gelangen.
Das Camperleben hat begonnen und auch gleich einmal das Outback und das dazugehörige Abenteuer.
Wer glaubt das Outback ist eine rot-staubige und trockene Angelegenheit - der irrt! Zumindest hier im Norden und um diese Jahreszeit. Wir erlebten es immer grüner werdend, immer regnerischer und plötzlich steckten wir auch schon in einem kleinen Kaff namens McKinley. Der Creek (= eigentlich meist ausgetrocknetes Rinnsal) überflutete die Strasse und uns blieb nur übrig das abzuwarten. Hier gab es ausser einem Polizisten, einer Tankstelle und einem Pub nichts. Lustigerweise war letzteres das Pub von “Walkabout Creek” aus dem Film Crockodile Dundee.
Gleich wie unsere Campingnachbarn vom letzten Nachtplatz blieben wir hier über Nacht und fuhren erst morgens weiter als die Strasse wieder frei war. Es ging dann zwar noch etwa ein dutzend Mal durch kleinere überflutete Stellen aber wir kamen gut nach Mt. Isa. Hier mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass uns die Regezeit nicht will und, dass durch weitere nicht vorhersehbare und kurzfristige Strassensperren ein Durchkommen nur sehr unwahrscheinlich ist. Weiters können um diese Zeit an der Westküste auch Wirbelstürme entstehen und zusätzlich haben sich auf den vergangenen 1000 Kilometern Kool Keith’s Stossdämpfer als austauschwürdig erwiesen womit unser “Westküstenplan” ins Wasser gefallen war.
Im Westen nichts Neues, zurück also an die Ostküste.
Mit unserem Autovermieter hatten wir Kontakt aufgenommen und nach der Bestätigung in der Werkstatt machten wir uns auf nach Townsville wo unser Auto getauscht wird. Eine Strecke die sich normalerweise in knapp zwei Tagen leicht machen lässt, würde man nicht alle 100 Kilometer in kleinen Käffern stecken weil vorne und hinten irgendwelche kleine Creeks die Strasse überfluten. Und das ist die einzige Ost-West-Verbindung - auch genannt Highway - im Norden! Der Spass daran war aber, dass wir natürlich umgehend andere Betroffene kennengelernt und uns mit Ihnen zusammen getan haben. Die kommenden Tage und Nächte verbrachten wir teils fahrend, wartend hoffend oder fluchend aber gemeinsam. Mit von der Partie waren Ellen und Petra (DEU), Tegan (AUS) und zwei Tage davon auch Sas und Debbi (NL). Die Gemeinschaft machte das Warten erträglicher und die Abende mit kochen,Pokerwürfel und Uno-Karten auf Campingplätzen mit Pool viel lustiger.
Am 26. Jänner (Australiaday) schafften wir sogar 400 Kilometer am Stück und landeten in Winton dem Geburtsort von “Waltzing Matilda”! Kaum hatten wir einen Nachtplatz gefunden sind wir noch schnell ins dortige öffentliche Schwimmbad wo die Gemeinde den Nationalfeiertag mit einem Barbequeue und Spielen beging. “Meine Mädels” Katharina, Tegan, Ellen und Petra - gar nicht faul, haben sich daraufhin zu einer Volleyballmannschaft zusammengeschlossen, sich “Joe’s Chicks” genannt und auch ein Match gegen ein paar Eingeborene gespielt. So einfach und schnell ist man integriert.
Tags darauf trennten sich unsere Wege, Tegan musste Richtung Brisbane, die zwei anderen Richtung Cairns. Wir hatten den wenigsten Stress und sind erst einige Zeit nach den anderen losgefahren. Nach zwei Stunden jedoch hatten wir Ellen und Petra schon wieder eingeholt, die mit ihrem Kombi an einem Wasserloch auf uns “warteten”. Mit Geduld, warten, gemeinsamer Spucke, etwas Glück und einem Handtuch vor dem Luftansaugstutzen haben wir aber auch dieses und fast alle weiteren Wasserlöcher überwunden und sind zur Abwechslung wiedereinmal weiter als nur 100 Kilometer am Tag voran gekommen. Das angeblich letzte überflutete Strassenstück nur noch 150 km vor der Küste war mit gut 60 cm beim besten Willen zu tief für unsere drei Autos.
Ja, inzwischen waren wir wieder drei, denn kurz vor Mittag hatten sich Fabian und Wiebke (auch aus Deutschland) die zwei Nächte zuvor gleich wie wir in Julia Creek festsaßen, uns angeschlossen. Am offensichtlichen Ende dieser Tagesetappe hatten wir dann das Erlebnis der Australischen Art.
Er heisst Stretch, rennt ohne Schuhe rum, zähmt seine unkontrollierte blonde Mähne mit einer Baseballkappe, hat ein freundlich bis schelmisches Lächeln auf seinem Gesicht und hat ausser seinem furchtbaren australischen Akzent einen süssen Hund und auch noch einen Jeep mit Autoanhänger mit dem wir alle (fast) trockenen Rades “über” das Wasser kamen. Der Tag war gerettet und wir kamen bis Charters Towers wo nach einigen Tagen auch wieder die Mobiltelephone Empfang hatten und wir auch eine Polizistin fanden die meinte, dass die Strasse zur Küste im Moment frei ist, sie aber nichts für den kommenden Morgen voraussagen kann.
Eine Pizza später waren wir also wieder in den Autos und schafften es gut und sicher im Finstern nach Townsville zu kommen. Nach einer Nacht am Parkplatz nahe des städtischen Strandes (=öffentl. WC & Dusche) und einem gemeinsamen Frühstück verabschiedeten wir uns ein weiteres Mal von den Mädels die mit vier Tagen Verspätung endlich ihren Erntejob auf der Bananenplantage antreten konnten.
Ja, ja Chicks brav arbeiten und Geld verdienen, dass sich Euer Trip nach NZ ausgeht - wir freuen uns dort auf Euch!!! In der Zwischenzeit ziehen wir die Ostküste runter und ziehen hoffentlich besserem Wetter entgegen!


Kommentare:
12 Kommentare zu "Surfen durch das Outback"
Uschi am 5. Februar 2009 um 10:15

hallo, schon sooo viele wochen unterwegs und soooo viel zum nachlesen. ich erkenne schon, es geht euch “richtig” schlecht in der ferne *g* habt noch weiterhin viel spaß auf euerer tour. lg uschi


Rik und Marijke am 5. Februar 2009 um 11:01

Hallo ihr beiden. Schoen eure Geschichte zu lesen und soviel Erkennungspunkte zu finden. Falls ihr ander Ostkueste entlang noch bei Seven-mile-beach vorbei kommt nimmt dan mindsetens einen Tag Zeit um diesen riesigen Strand und die am Strand entlang schwimmenden Delfine in euch auf zu nehmen. Und wer weiss, trifft ihr auch noch den Digeredoo-schnitzer dem wir damals trafen in einem kleinem Waldstueck am Strand trafen. Er “wohnte” da …. aber das ist ja auch wieder 17 Jahre her als wahrscheinlich ist er weiter gezogen ;-)

Viel spass weiter down-under.

Rik


Mami am 5. Februar 2009 um 13:43

Gerade noch Euren Bericht gelesen von heute. Wir starten in 1 Stunde nach Südtirol, hier hats Nebel, im Westen solls sonniger und föhniger sein. Zumindest keine Überschwemmungen. Alles Gute weiterhin, Bussi Mami und Vati


Marco Blanco am 5. Februar 2009 um 17:04

Mega, echt genial. Nachdem ich Dich nun auf einem Surfbrett gesehen habe, werde ich naturlich auch gleich einen Kurs machen.
Werd mal ubers Wochenende in die Karibik fliegen und das mal ausprobieren.

Weiter so…..lg


Ursula & Klaus am 5. Februar 2009 um 03:02

Das klingt ja sehr abenteuerlich. Und wir sind schon sehr gespannt auf eure Surf-Kuenste, die wir in Sydney dann auch sehen wollen!

Liebe Gruesse aus dem verschneiten!!! China
Ursula & Klaus


Christa. u. Armin Fußenegger am 5. Februar 2009 um 15:43

Es freut uns, daß es Euch gut geht. In den Medien kommen im Moment keine guten Berichte aus Australien. Im Norden Überschwemmungen, im Süden Brände und teilweise über 4o Grad. Gehen wir richtig in der Annahme, daß demnächst bei Euch ein Geburtstag gefeiert wird? Alles Gute und noch eine schöne Zeit, liebe Grüße aus dem “Ländle” - Christa u. Armin


Peter und Karin am 5. Februar 2009 um 14:49

Lieber Johannes!
Egal wie weit du weg bist, wir denken an dich und deinen Geburtstag. Happy Birthday to you in Australia! Wir wünschen dir alles Gute und viel Gesundheit für das neue Lebensjahr und noch viele wunderbare unvergessliche Erlebnisse und Momente auf eurer Reise.
Ganz liebe Grüße und herzliche Geburtstagswünsche auch von CONNY.

Wir hoffen, es geht euch gut trotz der Schreckensmeldungen, die wir von Downunder hören müssen.

Passt weiterhin gut auf euch auf und ein herzliches “PROST” auf den Geburtstag!

Karin und Peter


d am 5. Februar 2009 um 18:34

Lieber Johannes! Heute ist also der 10. Februar: HURRA!!!! Du hast Geburtstag und ich denke sehr herzlich an dich … dass du dich gebührend feiern lässt, davon gehe ich aus; ich sende dir noch eine Glücksfee mit einer Riesentüte, gefüllt mit allen Kostbarkeiten und Freuden dazu!
Habt es weiterhin so traumhaft schön und heiter, PASST AUF EUCH AUF, genießt!
Ich proste dir zu und freu mich auf´s nächste gemeinsame Feiern!
Kathrinchen, viele Bussis und eindrucksvolle~schöne Erlebnisse!
Bussis,d
und, weil Stanzi grad in Wien ist, alles Liebe auch von ihr, Ariane und Sigrit+Joachim :-)


d am 5. Februar 2009 um 18:43

TOYOTA ist eben ein Superauto!!! ;-)


Magdalena Pernold am 5. Februar 2009 um 16:58

Wir sitzen in Kurtatsch und besuchen Euch in ausralien. Alles ägute zum Geburtstag! Magdalena und Elisabeth (und Mami)


robert am 5. Februar 2009 um 18:05

Hallo ihr zwei!!!
liebe grüsse aus der heimat in w/Wu/Wn schneits dann und wann ach ja solltet ihr morgen zeit haben die arge trifft sich in der asia therme linsbach (bad erlach) zum wellnessen vieleicht ein tip nach dem trip…
viel spass und weiter so
lg
robert


ORR-stein am 5. Februar 2009 um 17:57

Furchtbar, auf diesem Wege erfahre
ich Deinen DOB= date of birth,Kürzel
in der Touristik.Vrespreche ich werde Ihn notieren!!!
Alles Gute und cin cin!


Hinterlasse einen Kommentar
Name: 
Email: 
URL: 
Kommentar: